Nikon D750 – Mein erster Eindruck

Zunächst einmal, ich habe noch keine Praxiserfahrung mit der neuen D750 (hoffentlich bekomme ich auf der Photokina die Gelegenheit dafür). Daher ist dieser Beitrag nur mein erster persönlicher Eindruck zur neuen D750 mit den Informationen die man von Nikon bekommt.

ProContra
24 Megapixel BildauflösungKeine separate AF-ON Taste für den Fokus (kann aber wie bei den semiprofessionellen Kameras auf die AE-L / AF-L Taste gelegt werden)
Integriertes WifiKlappdisplay nur um 45° nach oben und unten neigbar
VollformatNoch immer kein DNG Support
Doppeltes Fach für SD Karten
Belichtungskorrektur im Bereich von –5 bis +5 LW (meine D7000 kann nur -3 bis + 3 LW)
51 Fokusmessfelder (wie die D810 oder D4s)
EXPEED 4 Sensor
Blendenanpassung im LiveView
DX Modus mit echtem 1,5er Crop bei einer Auflösung von 10,3 Megapixel (3.936 x 2.624 Pixel mit Bildgröße L)
1,2 Crop Modus mit 5.008 x 3.336 Pixeln 16,7 Megapixel
100% Ausschnitt auf der OK Taste
Abmessungen kleiner als die D610 was ich persönlich gut finde. Spart Gewicht!

Im Großen und Ganzen ist es eigentlich DIE Kamera, die ich mir schon immer gewünscht habe. Der UVP Preis ist vielleicht heute noch hoch angesiedelt, aus meiner Sicht auch etwas überteuert, aber völlig nachvollziehbar, wenn man die Produktpalette der digitalen Kleinbildkameras von Nikon betrachtet. Eine D750 kann nicht billiger als eine D610 sein, die weniger Features hat.

Ich bin gespannt, ob sich mein bisher positiver Eindruck auf der Photokina bestätigt.

 

Lightroom Presets – Welche sind sinnvoll?

Ich bin absoluter Lightroom (LR) Fan. Egal wie langsam die Software ist oder auch sein wird, ich bleibe bei Lightroom. Adobe hat mit LR definitiv ein Produkt auf den Markt gebracht, dass Katalogisierung und Bildbearbeitung in einem Tool vereint, für 200% der Anwender absolut intuitiv zu bedienen ist und mit den Modulen Bibliothek, Entwickeln, Diashow, Druck und Web alles klar getrennt ist.

Wenn ich aber mehrere hundert Bilder mit einem bestimmten Stil bearbeiten möchte, nutze ich definitiv Presets. Lightroom nennt es Vorgaben auf Deutsch, bekanntlicher weise sind die USA wesentlich größer (oder der englischsprachige Raum) und daher findet man mit dem Begriff Lightroom Presets wesentlich mehr Ergebnisse als mit Lightroom Vorgaben.

Heute also ein paar Worte dazu, welche Presetsysteme ich nutze und warum ich sie nutze.

  • SLR Lounge

    Die Jungs und Mädels von SLR Lounge machen aus meiner Sicht eine großartige Arbeit. Alle ihre Artikel drehen sich um Fotografie, den SLR Lounge Presets und das Beste: Workshops im Videoformat gibt es dort auch.

    Ich möchte aber heute über das SLR Lounge Preset System schreiben. Ich schreibe bewusst System, weil mir zumindest kein anderer „Hersteller“ bekannt ist, der die Presets so durchdacht verkauft. Zwar sind wir mit der aktuellen Version 6 bei $149 angelangt aber das System hat es definitiv in sich. Für jede Gruppe im Reiter „Entwickeln“ haben die Leute von SLR Lounge eigene Presets gebastelt. Was bedeutet das für den ambitionierten Fotografen?

    Ich kann also diverse Presets aus dem Block Grundeinstellugen mit diversen Presets aus dem Block Gradationskurven kombinieren. Das System ist wunderbar durchdacht und ich kann in jedem Block ein „Reset“-Preset anwenden, dass mir die Einstellungen aus dem entsprechenden Block wieder zurück setzt.

    Neu in der V6 ist die komplett überarbeitete Logik. Wir bauen unsere Bilder auf Basis des FSB Workflows in einer Grundstimmung auf und fahren dann mit ACS weiter fort. F(oundation) bildet die Grundlage des Importlooks. S(tylization) wendet einen bestimmten Bildstil an und mit B(ase Tones) fügen wir unseren Bildern bestimmte Farbkorrekturen hinzu. So einfach kann ein Preset System sein. Mit Adjustments (A), Curves (C) and Special Effects (S) werden dann weitere Feinheiten angewendet wenn man möchte.

    Natürlich kann man am Ende der Bildbearbeitung seinen Look als eigenen Preset speichern und ihn entsprechend mit einem Klick auf sämtliche anderen Bilder anwenden, dadurch geht aber die Logik kaputt, dass man einzelne Schritte rückgängig machen kann bzw. man an wesentlich mehr Punkten die Hand anfassen muss.

    Wer sich also für das SLR Lounge Preset System interessiert, klickt hier auf den Link.

    Hier mal ein Vorher / Nachher Vergleich mit folgenden Einstellungen:

    10e. Soft B&W
    47. Brighten – Heavy (+30, +60)
    61a. Noise Reduction ISO 400
    71e. Vignette – Medium
    33. Contrast Fade – Medium

  • VSCO Presets

    Die Damen und Herren von VSCO sind mittlerweile keine unbekannten mehr in der Lightroom und Photoshop Welt. VSCO simuliert sämtliche analogen Filme nach und kommt sogar mit eigenen Kameraprofilen (ihr wisst schon, das da unten bei Lightroom wo Adobe Standard oder Adobe Landscape ausgewählt werden kann) daher.

    Mittlerweile gibt es 5 Preset Paket und jedes von ihnen kostet $119, stolzer Preis für ein Paket. Mich wundert es sowieso, weshalb es noch keine Bundles gibt. Dennoch kann ich mit gutem Gewissen sagen (ich habe die Pakete 1,2 und 4), es lohnt sich wenn man denn bereit ist auch Zeit in das Feintuning der Bilder zu investieren. Leider sind die Presets alles „Ein-Klick-Presets“, heißt, einzelne Blöcke (Gradationskurven z.B) ausschließen muss dann manuell erfolgen.

    Original vs. VSCO Preset Kodak Portra 400 VC

    Hier findet ihr die VSCO Presets

  • CANDI Style Presets von Carmen und Ingo

    Auch bei den wohl bekanntesten Hochzeitsfotografen im süddeutschen Raum Carmen und Ingo finden sich ein paar Presets. Leider oder Gott sei Dank habe ich die Presets etwas später entdeckt, das ein oder andere Schätzchen darin enthalten. Wie bei VSCO handelt es sich um „Ein-Klick-Presets“, die hier und da nachträglich noch angepasst werden müssen. Tut aber nichts zur Sache, denn die beiden bieten noch ein kostenloses „Tutorial“ in Videoform an, wie und warum sie die Bilder bearbeiten. Das tolle sind aber auch die sogenannten Print-Presets die man im Drucken-Modul verwendet. Als Lightroom-Killertipp noch von mir: Wenn ihr Collagen fürs Web erstellen wollt, macht es mit Lightroom und exportiert sie dann fürs Web. Wesentlich besser als mit Photoshop. Klicken lohnt sich!

 

Als letztes noch vielleicht die Info für alle da draußen, warum ich Presets nutze. Presets sind nicht das Allheilmittel für gute Fotos, bei einigen Hundert Bildern, die man mittlerweile aus dem Urlaub mitbringt, sind sie aber in meinen Augen unverzichtbar. Wer seinen Workflow verbessern will, kommt um Presets nicht herum. Wer seinen Workflow mit leicht veränderbaren Presets nutzen will, sollte zu SLR Lounge gehen.

Ich werde für nichts bezahlt und ich bekomme auch keine sonstigen Boni, doch in meinen Augen ist das System wirklich gut durchdacht und ich habe sehr lange gezögert, bis ich die Entscheidung traf, es zu kaufen. Als Kunde der SLR Presets komme ich lediglich in den Genuss die 6. Version der Presets kostenlos zu erhalten,  wenn ich ein kleines Testimonial loswerde. Ich dachte mir aber ich packe da alle meine genutzten Presets rein. In einen Artikel. So ist es allen fair gegenüber.

Review: Patrick Ludolph – Wie ich mit Lightroom 5 arbeite

Heute ein Review zu Patrick Ludolphs „Wie ich mit Lightroom 5 arbeite“

1. Inhalt

Ich glaube ich zitiere einfach mal die treffenste Stelle von der Shopseite auf shop.neunzehn72.de:

Lightroom ist fester Bestandteil meiner Arbeit als Fotograf. Jedes Bild bekommt hier die besondere Note verliehen, sei es in Farbe oder Schwarzweiss. Lightroom ist aber vor allem ein Workflow-Tool. Ich bin damit in der Lage auch grosse Bildmengen zu bewältigen. Von einer Hochzeit komme ich teilweise mit 1.500 bis 2.000 Bildern nach Hause. Diese müssen aussortiert und bearbeitet werden. Ich werde oft gefragt, ob ich alle Bilder bearbeite. Ja, alle, ausnahmslos. Dank Lightroom ist das möglich.

Es geht also um Paddys Lightroom Workflow, doch nicht nur darum. Paddy zeigt auch, wie welche Werkzeuge und Regler in Lightroom ticken und wie man mit fertig bearbeiteten Bildern weiter verfährt. Lightroom vom Import bis zum Export also.

2. Preis und Lieferumfang

Auf der Shopseite von neunzehn72.de gibts das Tutorial derzeit für 35,00 € in 6 einzeln verpackten ZIP Dateien. Leider muss ich hier bemängeln, dass die Idee hinter den einzeln gezippten Dateien verständlich ist, allerdings hat mich das entpacken doch wieder mehr Mühe gekostet als nötig gewesen wäre. Anstelle eine Datei zu öffnen und in das Zielverzeichnis zu extrahieren, muss man hier mehrere ZIP Dateien entpacken und anschließend selbst organisieren. Paddy hätte also die Dateien in einem „Archiv“ splitten können. WinRAR und andere Komprimierungstools bieten schon länger Dateisplitting an. Man erstellt also einen Ordner und Unterordner, füllt diese mit den Videos und sagt dem Programm, dass es nach 300 MB ein neues Archiv erstellen soll. Vorteil für mich: Ich kann die Dateien direkt auf mein NAS extrahieren und gemütlich dabei Tee trinken gehen.

Auf der anderen Seite macht es mit einzelnen Dateien auch Sinn, wenn man mehrere Downloads gleichzeitig fährt (Paralleldownload oder eben mit einer Warteschleife) und nach dem ersten fertigen Download schon beginnen kann, sich das Tutorial anzuschauen.

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3. Aufbau und Inhalt

Die Tutorial-Reihe ist angelehnt an Paddys Lightroom Alltag. Sprich er führt den Zuschauer von Import, Bildverwaltung über Bildbearbeitung bis hin zum Export und behandelt all die Themen, die er persönlich für wichtig hält. Die Tutorials sind absolut für Einsteiger geeignet, aber auch Fortgeschrittene erfahren an der ein oder anderen Stelle hilfreiche Tipps. Für echte Profis, die täglich mit Lightroom arbeiten und auch eigene Bildstile haben, denke ich, wird es wenig Neues geben. Eher ist der Part der Bildbearbeitung anhand der Beispielbilder interessanter für die Profis gleichermaßen wie für Einsteiger und Fortgeschrittene.

Was mich hin und wieder gestört hat, ist die automatische Einblendung der gerade gedrückten Tasten auf der Tastatur. Sicher macht es Sinn, die Tastenkombinationen für bestimmte Shortcuts anzuzeigen, leider ist die Videostrecke aber auch mit einigen Fehlern bestückt (Paddy zeigt die ungeschminkte Wahrheit) und hier nervt es, alle zwei Sekunden einen Buchstaben aufblinken zu sehen. Zum einen ist das super, weil man hier das Gefühl bekommt, man schaut Paddy live über die Schulter, zum anderen kann das aber auch recht nervig sein.

[alert type=“alert-info“]Als persönlichen Tipp an Paddy: Sollten bei der nächsten Videoreihe solche Versprecher nochmal auftauchen, korrigiere die Szene lieber und mach sie korrekt. Für mich als Hörgeschädigten ist es sau-anstrengend sich auf Gesprochenem und Eingeblendetem zu konzentrieren, wenn unten hundert Buchstaben aufblinken und verschwinden[/alert]

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4. Zielgruppe

Ich denke, bei diesem Tutorial wird für jeden etwas dabei sein. Verständlicherweise macht man kein Video nur für eine bestimmte Zielgruppe, sei es Einsteiger oder Fortgeschrittene. So ist beispielsweise die Organisation der Lightroom Kataloge und Sammlungen sicherlich nun durch das gesamte World Wide Web bekannt, dennoch konnte ich für mich behaupten: Ich habe etwas dazugelernt. Paddy arbeitet ähnlich wie Scott Kelby, allerdings finde ich persönlich die Methode zum Aussortieren von Bildern bei Kelby besser.  Generell ist für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene und Lightroom-Nerds etwas dabei.

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5. Tonqualität und Sprache:

Da ich als hörgeschädigter Hobbyfotograf natürlich auch etwas verstehen möchte: Paddy tut seiner gewohnten Ausdrucksweise keinen Abbruch. Es ist alles verständlich, völlig frei von Hintergrundmusik und zur Not helfen einem auch die eingeblendeten Shortcuts (bis auf Ausnahmen, wie bereits beschrieben). Wie bereits in der Liveshow von Krolop & Gerst (Review folgt), es ist alles absolut verständlich. Da Paddy hier eine One-Man-Show macht, muss man sich auch keine Gedanken zu Zwischenreden machen, wie sie sehr oft im Podcast von Das Paddy und Das Maddin zu hören sind (aber hey, wir sind hier nicht beim Maischberger-Polittalk und da geht es teilweise schlimmer zu).

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6. Fazit 

Für absolute Lightroom-Einsteiger oder Umsteiger von anderen Programmen sind die ersten 20 Kapitel definitiv ein Muss. Paddy erklärt nichtwie die einzelnen Regler funktionieren, sondern zeigt an praktischen Beispielen was für Auswirkungen welcher Regler auf ein Bild hat. Es ist eben ein Praxistutorial und kein Videotraining wie die Trainings von Video2Brain oder Galileo Computing. Interessanter für alle Lightroom-Nerds sind die Kapitel 22-29. Paddy zeigt an acht Beispielbildern, welchen Workflow er bei der Bildbearbeitung nimmt. Insgesamt also 4,5 Stunden sattes Lightroom Wissen direkt von Paddy. Jeweils einen halben Punkt Abzug gibt es für die umständliche Arbeit, die Dateien zu extrahieren und für die teilweise wirren Shortcuteinblendungen.

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Inhalt: 10 von 10 Punkten
Aufbereitung und roter Faden: 9,5 von 10 Punkten
Lieferumfang 9,5 von 10 Punkten
Tonqualität / Sprachqualität: 10 von 10 Punkten
Preis/Leistungsverhältnis: 10 von 10 Punkten

Gesamturteil: 49 von 50 Punkten | Blendend